Hunger, Kriege, Klimakrise, Waldbrände, Hitzetote, Niedrigwasser, Benzinpreise … die schlechten Nachrichten reißen nicht mehr ab. Fernsehen, Zeitungen und vor allem die sozialen Medien zeichnen ein düsteres Bild. Die Zukunft erscheint uns in einem trüben Licht. Was soll noch alles kommen? Wie wird es unseren Kindern und Enkelkindern ergehen? Viele Menschen sehen keine Perspektive mehr und wollen sich nicht mehr für eine bessere Welt einsetzen. Oder sie driften ab, wenden sich extremen Kräften zu oder leugnen einfach die Gefahren von Klimawandel und Artensterben.
Aber es gibt auch gute Nachrichten. Sie stehen allerdings nicht ganz oben auf den Web- und Titelseiten. Wir können sie jedoch finden, es sind sogar recht viele. Genauer hinschauen ist geboten.
„So viele Störche in Deutschland wie noch nie“
meldet die Tagesschau und bezieht sich dabei auf Informationen des NABU. Vor Jahrzehnten aus einigen Regionen Deutschlands fast verschwunden gibt es etwa 15.000 Brutpaare in diesem Jahr bundesweit. Mehr Weißstörche gab es auch vor hundert Jahren nicht. Die Hauptursachen sind ganz schnell erklärt: Die vielfältigen Naturschutzmaßnahmen haben die Lebensgrundlagen verbessert und der Klimawandel hat die Möglichkeit für kürzere und sicherere Flugstrecken ermöglicht.
Waldbrände wüten in ungewohntem Ausmaß im Mittelmeerraum. Auch bei uns wächst die Gefahr von größeren Waldbränden. Nach dem Borkenkäfer und mit zunehmend heißen Frühsommern müssen wir die Wiederaufforstung als Chance nutzen. Wir Deutsche lieben den Wald. Wir müssen weg von Monokulturen, weg von allzu intensiver Waldnutzung, hin zu resistenteren Mischwäldern und Schutzgebieten, die Lebensraum für vielfältige Pflanzen und Tiere bieten.
Wie wichtig Wasser ist, merken wir wenn auf dem Rhein die mit Erz, Kohle, Chemikalien und Kraftstoffen beladenen Schiffe nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr fahren können und unsere Wirtschaft bedroht ist. Aber die Störche, der Wald, die gesamte Natur und wir Menschen brauchen Wasser. Deshalb müssen wir unser Wasser besser sichern. Wenn wir den Rhein vertiefen, dann wird das Wasser im Fluss nicht vermehrt, sondern nur stärker gebündelt und fließ noch schneller in die Meere ab. „Renaturieren statt Baggern – mit der Natur arbeiten, nicht gegen sie“ schreibt der WWF dazu. Moore, Wälder, Auenlandschaften sind Wasserspeicher. Die müssen wir sichern, ausbauen und wiederherstellen. Das hilft nicht nur dem Storch, sondern der gesamten Natur, auch uns Menschen und letztlich sogar unserer Wirtschaft und unserem Wohlergehen.
„Der Europäische Emissionshandel ist ein Erfolgsmodell“
so Prof. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Nachhaltige Wirtschaft e.V. Doch es gibt immer noch Unmengen von kostenlosen Zertifikaten, gerade auch für umwelttechnisch kritische Industriebereiche. Trotz der offensichtlichen Folgen der Klimakrise kommen Diskussionen auf, die Ziele der CO₂ Reduzierung aufzuschieben, den CO₂ Preis und den Emissionshandel einzuschränken, Gas- und Kohlekraftwerke auszubauen und vieles andere mehr. Aber die Krise als Chance nutzen, geht genau andersrum und packt die Probleme an der Wurzel an. Also schneller weg von fossilen Energieträgern, mehr Renaturierungsmaßnahmen, Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, kein Aufweichen des europäischen Emissionshandels.



