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Workshop: Die Birke als Heilpflanze

Dass Birkensaft die Haarstruktur stärken kann und zudem beruhigend bei juckender oder gereizter Kopfhaut hilft, ist bekannt; schließlich gibt es die entsprechenden Tinkturen seit Jahrzehnten im Handel. Dass Birken aber noch noch viel mehr können, dass erfuhren die Teilnehmer*innen des Workshops „Die Birke und ihre Heilwirkung“, den Kneipp-Kräuterpraktikerin Jutta Münnig als Auftaktveranstaltung am 21. Februar in ihrer Kräuterwerkstatt anbot.

Auf dem Weg zur einer kleinen Birkenallee in der Nähe erfuhren die Teilnehmerinnen zunächst einiges über die spezifischen Merkmale und Eigenschaften der Birke sowie ihre kulturelle Verwendung in Alltag, Mythos und Geschichte,  z.B.  als Hexenbesen, Orakelbaum, Maibaum, Kaugummi aus Baumharz u.v.m..

Das radiale Anzapfen von Birkenstämmen im Frühling zur Gewinnung von Birkenwasser hat ebenfalls lange Tradition. Es fördert u.a. die Nierenfunktion, wirkt gegen Frühjahrsmüdigkeit  und dient der Stärkung von Haut und Haar. Es wirkt zudem entzündungshemmend und enthält Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe. Dieses im Frühling durch den Wurzeldruck in den Stamm aufsteigende Wasser kann man sogar hören, wenn man das Ohr fest an die Rinde eines jungen Stammes drückt. Und genau das überprüften alle Teilnehmerinnen vor Ort – z.T. sogar mit Stethoskop – mit unterschiedlichem  Erfolg, aber mit viel Freude.

Zurück in der Kräuterwerkstatt wurde zunächst das Birkenwasser verkostet: Geschmack angenehm frisch, leicht süßlich und etwas holzig. Juttas Tipp: Als Frühjahrskur 3-mal täglich 1 Gläschen ca. 2-3 Wochen lang.

Dann stand die Herstellung eines Körperpeelings auf dem Programm: Getrocknete Birkenblätter wurden mit Meersalz fein gemörsert, dann mit Leinöl vermengt und in ein Schraubglas abgefüllt. Eine Tätigkeit, die einige Zeit in Anspruch nahm, in der Jutta über verschiedene Rezepturen und Anwendungsbereiche von Tees, Bädern, Haarspülungen und sogar zur Krebstherapie bei Tieren aus den unterschiedlichsten Birkenteilen wie Rinde, Laubblätter, Knospen und  Kätzchen informierte.

All dies hatte Jutta auch wieder in einem umfangreichen Skript zusammengestellt, entsprechende Literatur ausgelegt und am Ende ihren Ehemann eingebunden, der in Birkenstammstücke Vertiefungen für Teelichter bohrte. Mit etwas Schmirgelpapier bearbeitet entstanden daraus schöne Kerzenständer.

Mit einem herzlichen Dank an Jutta für die perfekte Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung  begaben sich Teilnehmerinnen gut gelaunt – mit Kerzenständer, Körper-Peeling und Skript  in der Tasche – nach 2 Stunden auf den Heimweg.

Ein interessanter Filmbeitrag zum Thema: https://www.ardmediathek.de/video/alles-wissen/die-erstaunlichen-eigenschaften-der-birke/hr/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8xNDAwNjc

Der nächste Workshop zum Thema Bärenstarker Bärlauch findet am 25.04.2026 statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, deshalb wird eine frühzeitige Anmeldung über anmeldung@nabu-bochum.de empfohlen.