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Amphibienschutz


Neben Vogelschutzmaßnahmen, Kopfbaum- und Feuchtbiotopflege war die Verhinderung des Straßentodes vieler Amphibien bei der jährlichen Frühjahrswanderung vom Überwinterungsgebiet zum Laichgewässer seit den 80er Jahren ein zentrales Anliegen und Aufgabengebiet des NABU Bochum.

Zur Hauptwanderzeit der Erdkröten und Molche wurden beidseitig der betroffenen Straßenabschnitte im Bochumer Süden Schutzzäune aufgestellt, die die Tiere aufhalten und zu eingegrabenen Eimern leiten. Am späten Abend und am frühen Morgen wurden sie entnommen, bestimmt, gezählt und auf der anderen Seite frei gelassen. Eine aufwändige Aktion über mindestens zwei Monate, die viele Helfer benötigte, aber auch die Grundlage bildete für die Durchsetzung der Sperrung dieser Straßenabschnitte in den nächtlichen Stunden während der Laichzeit. Ein Erfolg vieler Naturschutzgruppen im Lande für eine Maßnahme, die heute selbstverständlich erscheint.

Auch in Wattenscheid-Günnigfeld mussten Amphibien auf dem Weg vom Winterquartier Kruppwald zum Laichgewässer Am Blumenkamp die Blücherstraße überqueren, was viele nicht überlebten. Hier engagierte sich über viele Jahre eine Gruppe von Naturfreunden um Werner Lorke, die dann in den Jahren 1996-99 von der NAJU-Kindergruppe und Jugendlichen der Hellweg-Schule, Eltern und Freunden unterstützt wurden.

Die gesammelten Daten belegten, dass sich z.B. 1996 über 3600 Erdkröten, Berg- und Fadenmolche auf die Wanderschaft begaben: Eine stattliche Population, die eine Sperrung der Blücherstraße für die Nachstunden während dieser Hauptwanderzeit nach Meinung des NABU rechtfertigte. Trotzdem dauerte es drei Jahre bis die Bezirksvertretung West dem Antrag des NABU Bochum zustimmte und die Sperrung erfolgte.

Beim Bau der Umgehungstraße einige Jahre später wurden in diesem Gebiet aufgrund der vorliegenden Daten an der Böschung feste Ableitvorrichtung installiert und unter der neuen Trasse Tunnel eingebaut, die eine gefahrlose Unterquerung der Blücherstraße für die meisten Amphibien ermöglichte.

Auch heute noch werden im Frühjahr Amphibienschutzzäune in einigen Stadtbezirken benötigt, deren Aufbau und Betreuung mittlerweile weitgehend das Umwelt- und Grünflächenamt mit Hilfe von Mitgliedern des Bundesfreiwilligendienstes leistet.

Siehe auch:

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